Gedichte-Märchen-Musik
Zen-Prosa-Kinderbücher

Stupsi Stupserich

Schon immer war er voller Genus den anderen ein wenig vorausgelaufen. Hatte oft so getan als höre er das Rufen der Mutter nicht. Sonnte sich im Gefühl des unartig seins und belohnte sich selbst dafür mit den zartesten Blättern des saftigen Löwenzahns. Auch mochte er das Gefühl sich ein wenig verlaufen zu haben und seine Eltern und eigentlich auch die ganze Gruppe ließ ihn gerne in diesem Spiel der mutige Abenteurer sein.
Er war ein Hase. Oder sagen wir, er wird einmal ein solcher sein. Denn jetzt war er noch ein Winzling. Klein und zierlich, für sein Alter ein wenig zurückgeblieben, mit viel zu großen Augen und noch größeren Ohren ausgestattet, hatte ihm die Natur ein lustiges und fröhliches Aussehen verliehen.
Eigentlich war sein Name Stupserich, doch nannten ihn alle wegen seiner aufgestummt wirkenden Gestalt, Stupsi.
Und außer dem passte der Klang seines Spitznamens viel besser zu den schönen Melodien seiner Lieder, die er so manche Stunde, wenn die nadeligen Strahlen der Sonne sein Näslein piksten, durch seine weiß glänzenden Vorderzähne pfiff. Immer mit etwas Melancholie, aber durch und durch beschwingt von den vielen berauschenden Düften der blühenden Wiesen und Felder. So vermisste er nichts bei seinem täglichen Spiel, wenn er mit seinen Kameraden das Hakenschlagen übte. Es war eines seiner Lieblingsspiele, da er durch den etwas zu kurz geratenen Körper immer ein wenig wendiger war als die Anderen. Mit seinen zu großen Augen besser sehen konnte was dort in der Ferne so vor sich ging und durch seine riesigen Ohren sich manch ein Feind täuschen ließ. Da er den jüngsten der Hasengruppe mit einem alten, stattlichen ausgewachsenen Kerl verwechselte und deren Schneidezähne gefürchtet waren. So bestanden die hellen Tage vom blühenden Frühling bis in den bunten Herbst hinein, für ihn nur aus spielerischem Dasein und ausgelassenem Herumtollen.
Er war noch zu klein um schon Pflichten in der Herde zu übernehmen, aber doch alt genug die Kinderstube zu verlassen. So gab es nur eine einzige Regel, an die er sich strikt zu halten hatte. „ Entferne dich nie zu weit von der Gruppe, den sie allein bietet Schutz und Sicherheit“.
Da aber die Hasenfamilie in den umliegenden Wiesen und Felder zuhause war, selten sich einmal in das hohe Dickicht verkroch, wenn das Schutzbedürfnis vor einem Fuchs oder Habicht es erforderte, war der größte Wunsch des kleinen Stupsis, einmal den großen, dunklen Wald zu erforschen.
Oft schon hatte er einige der älteren Mitglieder gefragt, doch erzählten die nur schaurige und schreckliche Geschichten von großen, wilden Tieren, mit mächtigen Zähnen und von langen, dünnen Wurzeln, die sich bewegungslos auf dem Boden liegend, auf einen stürzten, sobald man in ihre Nähe trat und einen samt Haut und Haaren verschlangen. Und eigentlich gab es nur einen einzigen unter ihnen der wirklich schon einmal dort gewesen war, im Land der ewigen Dämmerung. Es war der älteste Hase und Anführer der großen Familie. Schneeweiß, hatte er sich in all den Jahren durch seinen Stolz und seine Klugheit ein langes Leben bewahrt. Doch er, der alles wusste, ließ nie ein Wort über seine Lippen verlauten, was dort im Zauberwald, wie einige ihn nannten, vor sich ging.
Nur eines sagte er einmal zu Stupsi:
„Der, der einmal dort gewesen, kann nie wieder zurückkehren in die Gemeinschaft der Gruppe. Niemals mehr wird 
er die Sicherheit und den Schutz der Herde genießen“. 
Gerade erst hatte sich der Schlaf sanft über Stupsi gebreitet, und er träumte wie so oft diesen wunderschönen Traum vom Zauberwald, voller Angst und Schrecken und doch auch reizvoll und sehnsüchtig, der da so fern und unerreichbar für ihn verwunschen brannte.
Da streichelte etwas zärtlich und sanftvoll über sein Fell, gerade so, dass er nicht erschrak und doch aus seinem Schlaf erwachte. Mit seinen großen verträumten Augen schaute er schlaftrunken umher, wer ihn wohl zu so ungewohnter Stunde bei seiner Nachtruhe störte. Wie er sich halbwach so umsah, konnte er niemanden entdecken. 
Nur der Mond stand rund und gutmütig oben am Firmament und  blinzelte liebevoll zu ihm herunter.
„Ach du guter alter Mond“, dachte Stupsi. „Du hast es ja so gut. Stehst hoch oben am Firmament und kannst alles überschauen. Du wirst sicherlich auch wissen, wo sich der Zauberwald befindet“.
Und ohne so recht zu verstehen was da am Abendhimmel passierte, antwortete ihm der weise Wächter der Nacht.
„Ja, Ja, so kenne ich deinen innigsten Wunsch schon lange. Und heute habe ich mir gesagt, soll er ihn sehen, den Zauberwald. Weil es sein innigster und einziger Wunsch ist, und weil er mich in seinen Träumen so oft und so herzlich darum gebeten hat. So stehe auf Mein Freund aus deinem Bett aus Blüten und Gräsern und folge mir.
Ich führe dich hin zum Rand des großen Waldes. Du musst ganz leise sein damit dich auch niemand hört“.
Und Stupsi erhob sich kaum sichtbar von seinem Bett, schlich leise fort von seinen Eltern, fort von seinen Freunden, den Sehnsüchten seiner Träume entgegen.  
Und wie wunderbar schnell das ging. Kaum hatte er bei seinem Lauf durch die nächtlichen Wiesen seine höchste Geschwindigkeit erreicht, musste er, vom Mond gerufen, auch schon wieder abbremsen. Und ohne so recht auf  den Weg geachtet zu haben, stand er plötzlich vor den hölzernen Mauern eines gewaltigen Waldes.
„So mein Freund, da wären wir. Da ist der sonderbare Zauberwald. Gehe nur hinein, und fürchte dich nicht. Lasse dir Zeit und schaue dich nur gründlich um. Es ist genug davon vorhanden. Und so wie dein innigster Wunsch dich hierher geführt hat, so musst du nur genug Sehnsucht nach deiner Familie verspüren und ich bin da und führe dich wieder heim“.
Der Mond ruhte strahlend oben am himmlischen Zelt, als Stupsi etwas ängstlich und mit klopfendem Herzen hinein marschierte in seine so sehnlich herbeigewünschte Welt der Zauberer und Feen.  
Kaum war er ein paar Sprünge in den Wald eingedrungen, erwuchs um ihn ein fremdartiges, nicht gekanntes Reich, das in ihm Beklommenheit und Furcht hochsteigen ließ. Die Luft war von größerem Gewicht, da man weniger zu atmen brauchte, um doch die Selbe Kraft daraus zu schöpfen. Der umherschweifende Blick seiner großen feuchten Augen, blieb schon nach wenigen Metern an der Vielfalt der Gewächse, Sträucher und Äste hängen und kniff man seine Pupillen eng zusammen, um auch in der Ferne etwas zu erspähen, verlor man sich bald im Weiß des verzaubernden Nebels. Trotz der wachsenden Unsicherheit in Stupsis Brust, fühlte er auch eine sonderbare, prickelnde Wärme in seinen Körper steigen. Die Nähe und das Zusammenleben all der erschaffenen Kreaturen hier im Zauberwald, machte ihn wunderbar träumerisch, so dass er bald nicht mehr wusste, ist es grässliche Angst oder eine neue, unbekannte Liebe, die ihm die Wangen rötete und die Stirn feucht werden ließ. So war man es draußen gewohnt weit zu schauen, die feine Nase in den Wind zu halten und das pfeifende Sausen eines Raubvogels in der Luft rechtzeitig wahrzunehmen. Hier konnte ihm keines der so spielerisch erlernten Eigenschaften von Nutzen sein. 
In der Dichte von Zweigen, Nadeln und Blättern schienen für ihn Raubvögel eh keine Gefahr darzustellen. Auch war ihm der Blick zum Horizont im Wald verwehrt, und der Wind blies, wenn überhaupt, ständig aus einer anderen Richtung und war durchwachsen von neuen, fremdartigen Gerüchen. Ja, was nun. Jetzt bin ich endlich im großen, mächtigen Zauberwald und habe keine Ahnung welche Gefahren einem hier begegnen könnten. Wieder zu gehen, nein, dafür war die Neugierde einfach zu groß. Und ohne lange hin und her zu überlegen, marschierte er los. Über manch seltsam piksendem Gewirr von Stangen, durch niedrige, feine Sträucher, immer weiter hinein in den finsteren Wald. Und was es da Neues, Sonderbares zu schauen gab.
Mächtige Bäume, ihren Stamm mit alten verbrauchten Blättern bedeckt, um ihn vor Kälte und starker Bestrahlung der Sonne zu schützen. Und nur hoch oben, wo die Bäume über das Dach des Urwaldes ragten, machten sie ihre Arme ganz weit, um ja genug von der frischen Luft und dem weichen Regen zu spüren.
Andere Bäume hatten ihren dünnen Körper an eine Kletternte Pflanze vermietet, und beide ergänzten sich in ihrem Dasein auf eine wunderbare Weise. Dazwischen erhoben sich die mächtigen Wächter des Waldes. Wie steinerne Türme, fest und unbezwingbar, standen sie da auf ihren mächtigen Füssen, ihre starken Arme nach allen Seiten breitend, boten sie dem Wind Einhalt und so mancher Nachbar konnte sich anlehnungsbedürftig an sie schmiegen und freundschaftliche Ruhe finden.
In der mittleren Etage lebten die weniger lichtbegierigen Wesen. Große Sträucher tanzten mit fein angeordneten Fahnen und standen dort in Eintracht mit den langsam emporwachsenden Kindern der großen und alten Bäume im Zauberwald. Schnelltreibender Eukalyptus und frisch triefender Wachholder, fünffingrige Kastanienbäume und schwarz-weiß-gefleckte Birken. Alle trugen sie den Regen ganz sanft in ihren natürlichen Rinnen, hinunter in die untersten Stockwerke dieser grünen Welt. Und hier, ganz da unten, auf der Ebene, in der auch Stupsi lebte und langsam begann sich heimisch zu fühlen, da leuchteten die fielen schwarzen und roten Beeren. An ihren, gar nicht zu hohen Stauden spiegelten sie sich im bescheidenen Licht wie glasig blaue Weihnachtskugeln. Das herabfallende Laub auf den tausend dünnen und dicken Wurzeln, bildeten einen federnden, hüpfenden Teppich, auf dem zu Springen es eine wahre Lust bedeutete.
Dies also war der schreckliche Zauberwald, dachte Stupsi, indem es so frisch nach neuen, unbekannten Früchten roch. Und in seiner überschwenglichen Freude hatte er so gar nicht bemerkt, dass er schon seit einiger Zeit von so manchem verstecktem Augenpaar beobachtet wurde. Erst als er für einen andächtigen Augenblick verweilte, und still in die Weite des Unsichtbaren horchte, vernahm er ein fremdartiges Rascheln dort aus dem dunklen Gebüsch.
Vor Schreck erstarrt, bemerkte er wie das Klopfen seines Herzens hoch in seine Kehle stieg, und die feinen, bläulich
Schimmernden Adern an seinem felligen Hals schwellen ließen. Wohin, dachte er, sich zitternd nach allen Seiten umschauend, wohin kann ich hier fliehen. Verträumt und voller Entdeckerlust war er immer tiefer in den Wald geraten und wusste nun nicht mehr zu sagen, in welche Richtung er wohl zu fliehen hatte, um diesen fremdartigen Geräuschen, die nichts Gutes ankündigten, zu entgehen.
 So lief und sprang er nach Leibeskräften durch das Unterholz. In seiner Hast stolperte und fiel er über zu Boden gefallene Äste und aufragende Wurzeln. Ein jeder Schatten im hellen Mondschein begann zu leben und ließ die Angst in Stupsi von neuem steigen.
Völlig verwirrt und außer Atem blieb er nach einer Weile auf dem feuchten, moosigen Boden liegen. Regungslos erwartete er das Grauenhafte, das es endlich über ihn herfiel, ihm das braune Fell über die Ohren zog und sein Leben ein Ende machte.       
Da sprang auf einmal, zur völligen Überraschung Stupsis, ein kleines wuscheliges Etwas von einem benachbarten Ast,
rannte im Zick-Zack auf ihn zu, stellte sich auf seine winzigen Hinterpfoten, dabei sich auf seinen körperlangen buschigen Schwanz stützend, drehte die spitzen Ohren in den Wind und mit den zarten Armen rudernd, sprach es zu ihm.
„Na da schau her. Wer sann den sie. So was hab i ja noch gar nie nicht hier gesehen“.    
Stupsis Furcht begann unter den zärtlichen, höflichen Worten des unbekannten Tieres zu weichen. Langsam verließ er seine kauernde Stellung, erhob sich zu seiner vollen Größe. Um ehrlich zu sein, versuchte er sich noch etwas größer zu machen als er in Wirklichkeit war, und begann zögernd zu antworten.
„Ich bin Stupsi, von der Familie der Langohren. Wir leben draußen vor dem Wald, auf den grünen Wiesen und Feldern. Und wer bist du. Solch ein Wesen, wie du eines bist, habe ich noch nie vorher gesehen“.
„Ja so was. Dann darf ich mich wohl vorstellen. Heise Gregor. Einfach nur Gregor. Hinten nix und vorne nix, und in der Mitte nur Gregor. Ich bin von Beruf Eichhörnchen und bewohne ausschließlich diesen Wald. Möchte ergebenst 
meine Dienste als Führer und Freund zum Besten geben. Damit sie sich net verlaufen und ihnen auch gar nie nichts 
passiert. Darf ich freundlichst bitten, dort geht es lang“.    
Und ohne so recht zu begreifen welch herrliche Wandlung das Leben mit sich brachte, schlenderten beide gemächlichen Schrittes durch den Zauberwald. Dabei Gregor als Führer und neuer Freund Stupsis, ihn vertraut und sicher durch das Unbekannte führte.
„Sehns dort auf dem oberen rechten Ast, das ist Fred, Wächter Fred der Uhu. Es scheint er ruht noch a bisserl sich aus für heute Abend. All die weil heute auf die Nacht unten am Wasser eine große Fete steigt. Und Er als Gastgeber und Geburtstagskind vor lauter Freud sogar die Mäuse geladen hat. Und sehns dort drüben, na net dort, dort, hinschauen müssens schon selbst. Dort im Gebüsch, ja dort. Des sann der Ferdl und die Mizzi, zwei Finken und gute Freunde von mir. Unser Liebespaar in unserer kleinen Welt“.
Sich umschauend und staunend über all das wunderbare Leben, das hier so mannigfaltig um ihn herum erblühte, gelangten Beide hinunter zu dem kleinen frischen Waldsee, der da von Bewuchs umgeben sich in ein kleines Tal bettete. Hier, auf einer längsseits des Ufers sich ausbreiteten, glitzernden Wiese sollte heute Abend bei Einbruch der Dämmerung die große Fete steigen.
Alle waren sie geladen. Die borstigen Wildschweine, die zierlichen Rehleinchen, die stachligen Igel und die heute ausnahmsweise gut riechenden Stinktiere, einige stattliche Hirsche und die wie immer etwas zu dick auftragenden kohlschwarzen Raben, übernahmen die Zuordnung der Sitzplätze. Dabei es zu einer kleinen Rangelei kam, da eine Schlange mehrere Stühle beanspruchte. Viele, für Stupsi unbekannte Vogelarten, benutzten die umliegenden Bäume als Sitzplätze und machten es den Wölfen, die heute den Ausschank übernahmen, nicht leicht. Der schlaue Fuchs hielt eine ergreifende Geburtstagsrede und überreichte im Namen aller Bewohner des Waldes dem Uhu Fred eine funkelnagelneue, Lila glänzende, riesige Sonnenbrille. Damit er auch am Tag als ewiger Nachtbewohner in den sonnigen Lichtungen des schattigen Waldes sitzen konnte. Ohne das ihm die Sonne in den großen runden Augen brannte.      
Ein recht anständiges Orchester aus sechsbeinigen Ameisen, buckligen Käfern und vielen bunten Schmetterlingen spielten auf zum Schunkeltanz. Und der gute Mond war auch geladen und beleuchtete das schöne Fest mit seinem weichen Licht.
„Hallo kleiner Hase, so sehen wir uns wieder“, sprach der Mond, “na, wie findest du den schrecklichen Zauberwald“.
„Ach es ist ja alles so toll hier, und ein wenig betrunken bin ich auch schon“.
„Na das freut mich zu hören und später, wenn du genug vom Feiern hast, bringe ich dich wieder nach Hause, damit sich morgen früh deine Eltern kein Sorgen zu machen brachen. Jetzt geh nur wieder feiern, ich rufe dich wenn es Zeit ist nach Hause zu gehen“.
Und wie schnell ist die Zeit verflogen. Hatte er sich ausgetobt beim Tanzen und den vielen wilden Spielen. Und auch  
das Flirten war ermüden, da sein Herz sich für ein kleines, süßes Rehkitz erwärmte. Eine zierliche, kecke Tausendfüßlerin forderte ihn ständig zu einem neuen Tanz, wobei  er nie so recht wusste wohin mit seinen zwei kleinen Beinen. 
So graute der Morgen im still gewordenen Zauberwald. Die zahlreichen Gäste waren Gruppe Für Gruppe nach Hause gezogen, als Stupsi, hundemüde, sich an den Rand der Waldwiese legte. Hatte er sich noch von seinen vielen neuen Freunden verabschiedet, waren ihm jetzt Mond, Fest und seine Familie nicht mehr wichtig, da seine Augen schwer wie Steine wurden. So bettete er sich ins warme Gras, streckte alle Viere von sich, putzte ein paarmal durch sein zerzaustes Fell und fiel in einen totes ähnlichen Schlaf.
Als er erwachte, ja wie war er da erstaunt. Rings um ihn herum lagen alle seine Artgenossen. Seine Eltern und seine Freunde, der alte weiße Hase, Führer und Patron, alle waren sie wieder da. Und er wusste nicht mehr so recht, war alles nur ein schöner Traum, oder war er wirklich im fernen großen Zauberwald gewesen. Gab es all seine neuen Freunde wirklich oder war es nur die Sehnsucht die ihm diesen Streich gespielt hatte.
Und als er sich mit seinen verschlafene, halb offenen Augen umschaute, da entdeckte er in der Ferne seinen alten Ratgeber den guten Mond, der gerade dabei war am Horizont zu verschwinden. Als Letztes schaute er noch einmal in
 Stupsis lustiges Gesicht, blinzelte ein paar mit dem rechten Auge und legte sich dann zur gewohnten Ruhe in sein Bett.
Ja jetzt wusste er, alles war wirklich passiert. So wie alles wirklich geschieht wenn man es sich nur stark genug wünscht. Alles kann zur Wahrheit werden, wenn man nur Vertrauen hat.
Eines Tages wird auch Stupsi ein großer Hase sein. Und er wird ein Führer werden, so wie der Alte in seiner Herde.
Bis dahin reist er in seinen Träumen wohin er will. Und wenn die Zeit gereift ist, wird er all sein Wissen und seine Erfahrung weitergeben an die vielen jungen Kameraden. Doch eines muss er ihnen auch sagen. Sie können seine Worte hören, so viele und so lange sie wollen, doch erst wenn sie es selbst erfahren, wird es ganz anders sein und noch viel schöner als sie es sich jemals erträumten. Und noch eines wird er ihnen sagen. Träumt mit einer solchen Lust, damit ihr das Leben lernt. Denn die Träume sind eine andere Welt. Genau so richtig und oftmals noch schöner als die die ihr für die Echte glaubt.
So lebte Stupsi noch ein langes Leben. Und wenn ihr einmal einen Hasen seht, draußen in den blühenden Wiesen, dann ruft nach ihm, wer weiß, ob er es nicht ist.