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Fühling

Manchmal da fühl ich mich so kalt und leer
Und doch warm und geborgen
Ganz, ganz tief da drinnen in mir
Da blüht der neue Morgen
 
Und manchmal da fühl ich mich einsam und verlassen
Und doch beschwingt in stiller Fröhlichkeit
Weit, weit da draußen in meinem Herzen
Macht sich die Sonne wieder breit
 
Und dann glaub ich, ich bin der Einzige
Der leidend in dieses Leben muss
Fest, ganz fest umschling ich meinen Körper
Fühl den Schmerz voll von Genuss
 
Beschämt von all der Einigkeit
Rührts eine Träne an meinem Mund
Gelähmt vom Greifen nach dem Zentrum
Sind meine Lippen heiß und wund
 
So bin ich dann die Traurigkeit
Und doch bin ich auch ein Schmetterling
Kriech leise aus meiner Haut hervor
Dem Herrn ich mein Schreien bring
 
Zieh unberührt dort in seinem Augenschlag
Entfern das Fühlen für den Augenblick
Entreiß dem Boden meine Kälte
Geb  mich dem Ganzen so zurück
 
Und endlich bin ich auch das Leben
Denn nichts davon war je getrennt
Erleb den Tag als ewig Wandlung
Wenn die Sonne niederbrennt
 
Den dort im schönen Blau des Himmels
Kreist weiß befleckt der Mövenschrei
Zieht leis im Winde seine Bahnen
Ruft das Licht zu sich herbei