MÄRCHEN
Saraha sprach:
Das Gleiche gelte für alle sinnbegabten Wesen:
Aus dem einmaligen Spontanen werden Sie geboren
das überfließt von der Vollkommenheit Buddhas
und im Spontanen kommen Sie zur Ruhe.
Doch ist es weder Stoff noch Geist.
Ein Märchen ist eine durch Bewußtheit
spontan erfundene reale Begebenheit.
Ohne nachzudenken erscheinen Figuren, Ereignisse
und Gestalten in Träumen, deren Vergangenheit
in der Gegenwart auf die Zukunft verweisen.
Sie verführen Deine Fantasie in eine Welt
des kindlichen Daseins,
ohne doch der kindlichen Naivität zu verfallen.
Du bleibst im Wachzustand
der durch Träume entstehenden Welten.
Und verführen Deine Möglichkeit
des schöpferischen Daseins
in eine spontan gewordene Aktivität.
Wenn Du vom Gedächtnis her funktionierst,
siehst Du nie was ist.
Du siehst immer nur das,
was du schon früher gesehen hast.
Wenn Du Dein Leben und Deine Träume
als Märchen verstehen lernst,
dann können Hexen und Dämonen,
aber auch Reichtum und verführerische Schönheit
Dir nichts anhaben.
Denn alle diese Zustände und Begebenheiten
gehören zu all den Märchen
die Du für Realität ansiehst
und daraus alle die Emotionen erwachsen
die Dein Leben zu einem süßen Leid
oder verführerischen Abgrund
werden lassen.